Medien berichten über Warnungen vor dem 7. Oktober – Netanjahus Reaktion hinterfragt
Elf Tage vor den Anschlägen vom 7. Oktober 2023 soll der ägyptische Geheimdienstchef Benjamin Netanjahu vor einem unmittelbar bevorstehenden Angriff der Hamas gewarnt haben, wie die amerikanische Zeitschrift The Atlantic berichtet. Eine weitere Warnung, die dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Zayed, zugeschrieben wird, soll zehn Tage vor dem Angriff an den israelischen Ministerpräsidenten gerichtet worden sein, berichtet Haaretz. Diese Angaben werden in einer Videoanalyse untersucht, die das IRIS am 28. September 2026 veröffentlicht hat.
Berichte über zwei Warnungen vor dem Angriff
Die von The Atlantic und Haaretz verbreiteten Informationen berichten von zwei gesonderten Warnungen in den Tagen vor dem 7. Oktober. Die erste soll vom ägyptischen Geheimdienstchef übermittelt worden sein, die zweite von Mohammed bin Zayed. Diesen Berichten zufolge betrafen die Warnungen das Risiko eines Angriffs der Hamas.
Die Analyse des IRIS geht auch auf die Verlegung von Soldaten aus Stellungen rund um Gaza ins Westjordanland ein. Sie stellt diese Truppenverlegung als einen Vorgang dar, der stattfand, obwohl das Risiko eines groß angelegten Angriffs aus Gaza bekannt war. Die vorgelegten Angaben präzisieren jedoch weder die Umstände dieser Entscheidung noch die Informationen, über die die israelischen Verantwortlichen verfügten.
Die Beweggründe bleiben eine offene Frage
Die Gegenüberstellung der berichteten Warnungen und der Truppenverlegung wirft eine zentrale Frage auf: Warum sollen diese Geheimdienstinformationen nicht dazu geführt haben, den Angriff zu verhindern oder sich besser darauf vorzubereiten? Die Analyse des IRIS stellt die Frage nach Benjamin Netanjahus Beweggründen, doch die vorgelegten Informationen erlauben es weder, seine Absichten festzustellen, noch seine Entscheidung zu erklären.
Die erwähnten Warnungen beruhen auf Informationen, die zwei Medien zugeschrieben werden, während die Frage nach den Entscheidungen des Ministerpräsidenten hier Gegenstand der Analyse ist. Nach derzeitigem Stand reichen die berichteten Angaben nicht aus, um festzustellen, was Benjamin Netanjahu genau wusste und warum die Warnungen nicht zu einer Änderung der Strategie geführt haben sollen.
Quelle: IRIS (www.iris-france.org)
Originalartikel: Originalquelle aufrufen
