Martinique: RPPRAC fordert Fortschritte bei den Preisen bis zum 19. Oktober
Der Rassemblement pour la protection des peuples et des ressources afro-caribéennes (RPPRAC) hat den Behörden und Wirtschaftsakteuren Martiniques eine Frist bis zum 19. Oktober 2026 gesetzt, um Fortschritte bei den Preisen zu erzielen. Das Kollektiv warnt, es werde „den Kampf wieder aufnehmen“, sollten die erwarteten Ergebnisse ausbleiben, ohne die Form seiner Aktionen näher zu erläutern. Diese Ankündigung erfolgt kurz vor dem zweiten Jahrestag eines Abkommens gegen die hohen Lebenshaltungskosten und weckt erneut Sorgen angesichts der Gewalt, die frühere Protestaktionen begleitet hat.
Forderungen vor Ablauf der Frist am 19. Oktober
In einer am 2. September veröffentlichten Mitteilung erkannten der Präsident des RPPRAC, Rodrigue Petitot, und seine Vizepräsidentin, Gwladys Roger, mehrere Fortschritte an: Steuersenkungen, Maßnahmen für mehrere Tausend Produkte, verstärkte Kontrollen sowie parlamentarische Arbeiten und einen Gesetzentwurf zu den hohen Lebenshaltungskosten.
Das Kollektiv fordert dennoch weitere Maßnahmen. Es nennt insbesondere eine Senkung der Beschaffungsnebenkosten, einen „Exporttarif“, den Ausbau der regionalen Versorgung und eine Reform des Wirtschaftsmodells Martiniques. Es fordert die institutionellen und wirtschaftlichen Akteure auf, ihre Zusagen einzuhalten und bis zum 19. Oktober sichtbare Ergebnisse bei den von der Bevölkerung gezahlten Preisen zu erzielen.
Die Mitteilung erwähnt nicht die durchschnittliche Preissenkung von 11,3 % bei den vom Abkommen betroffenen sogenannten „CTM-État“-Produkten, über die in den vom Kollektiv veröffentlichten Unterlagen berichtet wird. Diese Produkte gehören zu den rund 6 000 Artikeln des Grundbedarfs, auf die sich die Vereinbarung zwischen dem Staat, der Collectivité territoriale de Martinique (CTM) und lokalen Wirtschaftsakteuren, darunter Händlern, bezieht.
Das zwei Jahre zuvor unterzeichnete Abkommen sieht die Abschaffung bestimmter Steuern auf diese Produkte vor, ohne die Gewinnspannen zu erhöhen, um so ihre Preise zu senken. Sein zweiter Jahrestag ist am 16. Oktober, drei Tage vor Ablauf der vom RPPRAC gesetzten Frist.
Ein Aufruf, der an die Gewalt von 2024 und 2025 erinnert
Auf die im Herbst 2024 auf Initiative des RPPRAC organisierten Demonstrationen gegen die hohen Lebenshaltungskosten folgten regelmäßig nächtliche Ausschreitungen. Diese Ereignisse legten zeitweise die Aktivitäten auf der Insel lahm und verursachten Schäden in Höhe von mehreren Millionen Euro, wie die Quelle berichtet. Im September 2025 kam es nach Demonstrationen des Kollektivs erneut zu nächtlichen Ausschreitungen.
Der RPPRAC hat stets bestritten, hinter dieser Gewalt zu stehen. Der Präfekt von Martinique, Étienne Desplanques, sprach jedoch von einer wahrscheinlichen Verbindung zwischen den Randalierern und dem Kollektiv. Auch die sozialistische Abgeordnete Béatrice Bellay brachte bestimmte Protestaktionen mit den in Vierteln von Fort-de-France, insbesondere in Sainte-Thérèse, begangenen Gewalttaten in Verbindung. Diese Verknüpfungen sind Aussagen der jeweils genannten Personen und belegen für sich genommen keine Verantwortung des Kollektivs für die Gewalt.
Rodrigue Petitot wurde wegen zweier im November 2024 begangener Taten verurteilt. Er war unerlaubt in die Residenz des Präfekten eingedrungen, um ihn einzuschüchtern, und hatte mehreren Bürgermeistern in einem in sozialen Netzwerken veröffentlichten Video Gewalt angedroht. Die verhängten Strafen betrugen zwölf beziehungsweise sechs Monate Hausarrest unter elektronischer Überwachung.
Die Form der Protestaktionen bleibt unbekannt
Auf die Frage, was die Drohung, den Kampf wieder aufzunehmen, konkret bedeuten könnte, ging Gwladys Roger nicht näher auf die geplanten Aktionen ein. Sie erklärte, das Kollektiv lege seine Absichten nicht im Voraus offen und werde „vor Ort“ tätig werden, um die Entscheidungsträger dazu zu zwingen, die Bevölkerung Martiniques zu respektieren.
Dieser Mangel an konkreten Angaben schürt bei einigen Einwohnern die Angst vor erneuten Ausschreitungen. Eine von France-Antilles zitierte Einwohnerin von Fort-de-France verweist auf zerstörte Geschäfte, in Brand gesetzte Autos sowie den Verlust von Arbeitsplätzen oder Geschäften bei den früheren Ereignissen.
Die Mobilisierungskraft des RPPRAC scheint zudem geringer zu sein als im Herbst 2024, als seine Kundgebungen Hunderte, manchmal Tausende Menschen versammelten. Am 24. September 2026 folgten rund dreißig Personen seinem Aufruf, vor dem Sitz der CTM gegen die Finanzverwaltung der Gebietskörperschaft zu demonstrieren. Bereits im September 2025 hatten die Aufrufe des Kollektivs einige Dutzend Aktivisten zusammengebracht.
Zum Veröffentlichungsdatum der Quelle, dem 29. September 2026, ist die Frist am 19. Oktober noch nicht abgelaufen. Die Art einer möglichen Wiederaufnahme der Protestaktionen und die Antworten der Behörden oder Wirtschaftsakteure werden nicht näher erläutert.
Quelle: Conflits : Revue de Géopolitique (www.revueconflits.com)
Originalartikel: Originalquelle aufrufen
Autor: Louis du Breil
