Brüsseler Tanzbar Madame Moustache sucht einen neuen Käufer
Der Geschäftsbetrieb von Madame Moustache, einem Club nahe Sainte-Catherine in Brüssel, steht zum Verkauf. Diese Ankündigung allein bedeutet nicht, dass der Club schließt: Mit Stand vom 29. September 2026 kündigt seine offizielle Website weiterhin kommende Veranstaltungen an. Doch nach dem Brand von 2022 und anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten stellt sich nun die Frage, wer den Betrieb übernehmen wird — und in welcher Form.
Zum Verkauf steht der Betrieb, nicht die Immobilie
Die vom Vermittler Sorgeloose & Trice veröffentlichte Anzeige betrifft den Geschäftsbetrieb und die Mietrechte, nicht das Gebäude selbst. Laut BRUZZ gehört das Gebäude der Brauerei Alken-Maes, und die monatliche Miete beträgt 9 716 Euro. Ein Übernahmepreis wird öffentlich nicht genannt.
Diese Unterscheidung ist wichtig: Das Verkaufsangebot eröffnet die Möglichkeit einer Übernahme, bestätigt aber weder eine Schließung noch den unveränderten Fortbestand des Clubs. Auf der Website von Madame Moustache wird weiterhin ein Programm präsentiert, darunter eine angekündigte Veranstaltung am 27. November 2026. Aus diesem geplanten Betrieb lassen sich jedoch keine Schlüsse über die weitere Entwicklung ziehen.
Ein vom Brand geprägter Ort
Madame Moustache ist seit mehr als fünfzehn Jahren im Zentrum von Brüssel ansässig, am quai au Bois à Brûler 5-7, nahe der place Sainte-Catherine und dem Marché-aux-Poissons. Im September 2022 verwüstete ein Brand die Innenräume. BRUZZ schätzt den Schaden auf rund 650 000 Euro und berichtet, dass das Dach, mehrere technische Anlagen sowie die Ton- und Lichttechnik erneuert werden mussten.
Der Wiederaufbau reichte nicht aus, um die Schwierigkeiten zu überwinden. 2026 wurde ein gerichtliches Reorganisationsverfahren eingeleitet, um das Unternehmen vor seinen Gläubigern zu schützen und eine Insolvenz möglichst abzuwenden. Der Verkauf erfolgt somit nach mehreren Jahren wirtschaftlicher Unsicherheit und ist kein bloßer Eigentümerwechsel unter unproblematischen Umständen.
Mehr als eine Retro-Kulisse
Der Club zeichnete sich durch seine von Kabarett, Zirkus und Wunderkammern inspirierte Gestaltung aus, aber auch durch ein Tanzprogramm, das verschiedene Stilrichtungen miteinander verband. Auf seiner Website beschreibt das Team den Ort als Brücke zwischen aufstrebenden Künstlern und Publikum sowie als Raum für Konzerte, Partys und kulturelle Angebote. Diese Identität beruht ebenso auf der Atmosphäre wie auf der Nutzung: ein Ort zum Ausgehen, aber auch eine Bühne, die verschiedenen Kollektiven und Künstlern offensteht.
Das verleiht dem Verkauf eine Bedeutung für die lokale Kultur. Ein neuer Betreiber kann den Namen und den Betrieb erhalten oder das Lokal umgestalten. Die Immobilienanzeige hebt denn auch mehrere mögliche Nutzungen der Räumlichkeiten hervor. Bislang ist kein Szenario bestätigt: Die Zukunft von Madame Moustache wird von den Übernahmebedingungen und dem Konzept der Person oder des Teams abhängen, die den Betrieb erwerben.
Hauptquelle: 7sur7:spectacles (www.7sur7.be)
Originalartikel: Originalquelle aufrufen
Autor: A. FO
