Automobil: So funktioniert die hydraulische Lenkung der Lotus Emira
Die Lotus Emira behält eine hydraulische Lenkunterstützung bei, die für ihre Rückmeldungen am Lenkrad geschätzt wird. Ihr System ist jedoch elektrohydraulisch: Eine elektrische Pumpe liefert den erforderlichen Druck. Dieser Unterschied grenzt die Emira von einer rein mechanischen Lenkung oder einer direkt auf die Zahnstange wirkenden elektrischen Servolenkung ab.
Das Wichtigste im Überblick
Wenn der Fahrer das Lenkrad dreht, verdreht sich ein Torsionsstab leicht und steuert ein Ventil. Dieses leitet das unter Druck stehende Öl zu einem Hydraulikzylinder, der die Bewegung der Zahnstange unterstützt. Die Vorrichtung verringert den Kraftaufwand beim Lenken und lässt zugleich einen Teil der Rückmeldungen von der Straße durch. Lotus bezeichnet die Lenkung der Emira als elektrohydraulisch und hebt die Rückmeldungen hervor, die sie vermittelt. (media.lotuscars.com)
Wie funktioniert die Lenkung der Emira?
Der Fahrer leitet die Bewegung ein; der Torsionsstab erfasst die aufgebrachte Kraft. Seine leichte relative Verdrehung betätigt das Drehventil, das die Flüssigkeit auf die eine oder andere Seite des Servokolbens leitet. Dieser unterstützt dann den Lenkvorgang. Sobald keine Kraft mehr ausgeübt wird, kehrt das Ventil in Richtung seiner Neutralstellung zurück. Dieses in Patenten zu Servolenkungsventilen beschriebene Prinzip ermöglicht es, die Unterstützung entsprechend der Betätigung des Lenkrads zu dosieren. (patentimages.storage.googleapis.com)
Da die Pumpe der Emira elektrisch angetrieben wird, verwendet das Fahrzeug nicht einfach eine Hydraulikpumpe, die ständig vom Verbrennungsmotor angetrieben wird. Das System kombiniert somit eine hydraulische Unterstützung an der Zahnstange mit einer elektrischen Versorgung der Pumpe: Das ist die Bedeutung des Begriffs „elektrohydraulisch“, den Lotus in seinen technischen Daten verwendet. (media.lotuscars.com)
Diese mechanische und hydraulische Funktionsweise trägt zum Lenkgefühl bei, garantiert aber allein kein identisches Gefühl in allen Fahrzeugen: Auch die Abstimmung des Ventils, der Radaufhängung und der Fahrwerksgeometrie spielt eine Rolle. Nach Einschätzung von Sport Auto vermittelt diese Bauweise dem Fahrer mehr Informationen als viele elektrische Servolenkungen. Dabei handelt es sich um eine redaktionelle Bewertung und nicht um eine generelle Überlegenheit: Elektrische Systeme bieten insbesondere Möglichkeiten zur Integration mit Fahrerassistenzsystemen.
Eine Entscheidung mit Kompromissen
Die hydraulische Unterstützung bringt zusätzliche Komponenten mit sich und benötigt Energie, um die Flüssigkeit unter Druck zu setzen. Eine elektrische Lenkunterstützung hingegen kann ihren Eingriff ohne Hydraulikkreislauf dosieren. Die Emira setzt damit auf eine technische Lösung, die laut Hersteller den Kontakt zur Straße in den Vordergrund stellt und dabei eine elektrische Pumpe statt eines direkt mit dem Motor verbundenen Antriebs nutzt. (media.lotuscars.com)
Entscheidend ist daher weniger der Gegensatz zwischen „hydraulisch“ und „elektrisch“ als vielmehr die Art und Weise, wie die Unterstützung übertragen wird. Bei der Emira wirkt das Öl auf die Zahnstange; der Strom versorgt die Pumpe. Diese Bauweise ermöglicht es Lotus, das hydraulische Prinzip beizubehalten und zugleich an ein modernes Fahrzeug anzupassen.
Quelle: Sport Auto
Originalartikel: Originalquelle ansehen
