Zwei Schusswaffenangriffe in Südafrika fordern 27 Tote nahe Johannesburg und Kapstadt
Bei zwei getrennten Schusswaffenangriffen sind in Südafrika in der Nacht vom 26. auf den 27. September mindestens 27 Menschen getötet worden. Beim ersten Angriff in einer Taverne in Wedela nahe Johannesburg wurden nach ersten Angaben 17 Menschen getötet und 15 verletzt. Ein Angriff nahe Kapstadt forderte zehn Todesopfer. Eines der Opfer von Wedela starb später im Krankenhaus, wodurch sich die Zahl der Todesopfer dieses Angriffs laut einer am Montag von der Presse gemeldeten Aktualisierung der Polizei auf 18 erhöhte. ()
Zwei Angriffe innerhalb weniger Stunden
In Wedela, einem Ort etwa 80 Kilometer südwestlich von Johannesburg, eröffneten acht bewaffnete Männer das Feuer auf die Gäste einer Bar. In der ersten Mitteilung der Polizei, die am 28. September von der südafrikanischen Regierung verbreitet wurde, war von 17 Toten und 15 Verletzten die Rede. Einer am selben Tag von Eyewitness News gemeldeten Aktualisierung der Polizei zufolge starb eine verletzte Person im Krankenhaus, wodurch sich die Zahl der Todesopfer auf 18 erhöhte. ()
Ein zweiter, gesonderter Schusswaffenangriff forderte nahe Kapstadt zehn Todesopfer. Die beiden Angriffe ereigneten sich wenige Tage nach einem weiteren tödlichen Überfall nahe Durban: Am 22. September waren drei bewaffnete Männer in eine Feier in einem Privathaus eingedrungen und hatten elf Menschen getötet, darunter eine schwangere Frau.
Motive noch unklar
Willem Els vom Institut für Sicherheitsstudien in Pretoria vermutet, dass die drei Angriffe mit organisierter Kriminalität zusammenhängen könnten, betont jedoch, dass ihnen unterschiedliche Motive zugrunde liegen dürften. Seiner Analyse zufolge könnte der Schusswaffenangriff nahe Kapstadt mit Erpressung zusammenhängen. Der Angriff in Gauteng weise Ähnlichkeiten mit früheren Auseinandersetzungen zwischen Banden illegaler Bergleute auf. Diese Erklärungsansätze bleiben Hypothesen des Experten.
Bei solchen Schusswaffenangriffen kommen regelmäßig illegale großkalibrige Waffen zum Einsatz, betont der Bericht. Stanley Maphosa, Leiter der Nichtregierungsorganisation Gun Free South Africa, erklärt, dass Waffen verloren gehen oder gestohlen werden, auch innerhalb der Sicherheitskräfte. Er verweist außerdem auf die frühere Verwicklung hochrangiger Polizeiverantwortlicher in den Handel mit Waffen aus staatlichen Beständen.
Ein hohes Maß an Gewalt
Südafrika verzeichnet den im Bericht zitierten Daten zufolge durchschnittlich 60 Tötungsdelikte pro Tag. Das Land ist damit seit Langem mit einem besonders hohen Maß an Gewaltkriminalität konfrontiert. Der nationale Verband der Schusswaffenbesitzer schätzt seinerseits, dass im Land zwischen zwei und sechs Millionen illegale Waffen im Umlauf sind.
Quelle: DW-WORLD´s French Homepage (www.dw.com)
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