Ende der Kostenfreiheit: Zugang zu warmen Mahlzeiten an benachteiligten Schulen sinkt um 68 %
Seit Beginn des Schuljahres 2026 bieten benachteiligte Schulen in der Föderation Wallonie-Brüssel weniger kostenlose warme Mahlzeiten an. Eine von 7sur7 aufgegriffene Umfrage der Ligue des familles und des Vereins École à table berichtet von einem Rückgang des Zugangs zu diesen Mahlzeiten um 68 % in den betroffenen Einrichtungen. Diese Zahl beruht auf den Antworten von 169 der 330 Schulen, die zuvor von dem Programm profitierten: Sie beschreibt daher weder die Situation aller Schulen noch die jedes einzelnen Kindes.
Ein von den antwortenden Schulen gemeldeter Rückgang
Die Umfrage wurde vom 4. bis zum 24. September durchgeführt. Nach den von 7sur7 veröffentlichten Informationen führen die Ligue des familles und École à table diesen Rückgang auf das Ende des speziellen Programms für kostenlose Mahlzeiten zu Schuljahresbeginn zurück. Die Zahl von 68 % bezieht sich auf den Zugang zu warmen Mahlzeiten an den befragten benachteiligten Schulen; sie bedeutet weder, dass 68 % der betroffenen Schülerinnen und Schüler mittags nichts mehr essen, noch, dass alle Einrichtungen ihre Kantine abgeschafft haben.
Bei der Einordnung der Ergebnisse ist diese Einschränkung zu berücksichtigen: Von den 330 Einrichtungen, die von dem Programm profitierten, haben 169 geantwortet. Die Ergebnisse geben einen Hinweis auf die Schwierigkeiten eines Teils der Schulen, stellen aber keine vollständige Bestandsaufnahme der Situation in der gesamten Föderation Wallonie-Brüssel dar.
Gezielte Kostenfreiheit weicht mehr Wahlmöglichkeiten für die Schulen
Die Änderung bedeutet kein allgemeines Verbot, kostenlose Mahlzeiten anzubieten. Die Regierung der Föderation Wallonie-Brüssel erklärt, dass Schulen, die unter die differenzierte Förderung fallen, ab dem Schuljahr 2026-2027 ihre Betriebsmittel unter anderem zur Finanzierung kostenloser Mahlzeiten verwenden können. Die Finanzierung erfolgt somit nicht mehr auf dieselbe Weise über das spezielle Programm: Die konkrete Organisation hängt nun von den Entscheidungen der jeweiligen Einrichtung ab.
Für Familien kann dies je nach Schule unterschiedliche Situationen bedeuten: weiterhin kostenlose Mahlzeiten, kostenpflichtige Mahlzeiten oder kein warmes Essen. Der in der Umfrage gemeldete Rückgang macht diese Unterschiede deutlich, lässt aber für sich genommen nicht erkennen, welche Lösung eine bestimmte Schule anbietet.
Was können Eltern überprüfen?
Wenn das Mittagessen das Familienbudget belastet, ist es am sinnvollsten, direkt bei der Schule nachzufragen, welche Möglichkeiten dieses Jahr vorgesehen sind. Eltern können insbesondere klären, ob weiterhin eine warme Mahlzeit angeboten wird, ob sie kostenlos oder kostenpflichtig ist und ob die Einrichtung Unterstützungsmöglichkeiten oder Alternativen kennt. Da die Regelungen von Schule zu Schule unterschiedlich sein können, ist es besser, bei der eigenen Schulleitung nachzufragen, statt sich an der Situation einer anderen Einrichtung zu orientieren.
Dabei geht es nicht nur um den ausgewiesenen Preis: Der Wegfall einer warmen Mahlzeit kann Familien auch dazu zwingen, das Mittagessen ihres Kindes neu zu organisieren. Die veröffentlichte Umfrage beschreibt allerdings weder die von den einzelnen Schulen gewählten Lösungen noch die Folgen für die einzelnen Kinder im Detail. Sie legt vor allem nahe, vor Ort zu prüfen, was tatsächlich angeboten wird.
Hauptquelle: 7sur7:famille (www.7sur7.be)
Originalartikel: Originalquelle aufrufen
Autor: M.BO.
