In Rouen wurde die Brücke Guillaume nach dem Zusammenstoß mit einem Lastkahn unter laufendem Verkehr repariert
Cerema blickt auf die Methoden zurück, mit denen die Brücke Guillaume-le-Conquérant in Rouen nach dem Anprall eines Lastkahnkrans im Dezember 2023 untersucht und repariert wurde. Dieser bei den Rencontres Ouvrages d’Art am 9. Juni 2026 vorgestellte Erfahrungsbericht ist technischer Natur: Er stellt weder eine neue Entscheidung noch die Ankündigung von Bauarbeiten dar. Für die Nutzer ist die wichtigste Änderung bereits mit der vollständigen Wiedereröffnung der Brücke im November 2025 eingetreten.
Ein Unfall, dann eine gezielte Untersuchung
Am 24. Dezember 2023 stieß der Kranausleger eines Lastkahns gegen einen Träger des mittleren Brückenfelds und beschädigte dessen Schweißnaht auf mehreren Metern. Das 1967 in Betrieb genommene Bauwerk überquert die Seine in Rouen. Es dient dem Straßenverkehr, wird von einer Schnellbuslinie genutzt und ermöglicht die Durchfahrt von Schwer- und Großraumtransporten.
Die Präsentation von Cerema erläutert insbesondere den Einsatz der Photogrammetrie, um die Länge des beschädigten Bereichs abzuschätzen. Mit dieser Technik lassen sich Messwerte aus Bildern gewinnen. Die Untersuchung bildete anschließend die Grundlage für die Reparatur des betroffenen Trägers.
Bauarbeiten mit möglichst geringen Beeinträchtigungen
Nach Angaben von Cerema wurde die Reparatur in Phasen geplant, um unter laufendem Verkehr und mit begrenzten Auswirkungen auf den Betrieb der Brücke arbeiten zu können. Auch das Durchfahrtsprofil für die Schifffahrt unter dem Bauwerk blieb während der Arbeiten erhalten. Cerema beschreibt hier die technischen Entscheidungen; Angaben zu den Baukosten enthält diese Präsentation nicht.
Die Métropole Rouen Normandie leitete die Sanierungsarbeiten, die im Sommer 2025 begannen. In diesem Zeitraum betrafen die Einschränkungen insbesondere eine Fahrspur sowie die Wege für Fußgänger, Radfahrer und Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Die Stadt Rouen gab die vollständige Wiedereröffnung der Brücke am 14. November 2025 bekannt, zehn Tage früher als ursprünglich geplant.
Was das heute bedeutet
Für Autofahrer, Busfahrgäste und andere Personen, die die Seine überqueren, bezieht sich der Erfahrungsbericht somit auf einen Vorfall, dessen wesentliche Folgen für den Verkehr inzwischen behoben sind. Er beleuchtet zudem eine konkrete Herausforderung des Infrastrukturmanagements: das Ausmaß eines Schadens präzise zu erfassen, bevor die Reparatur festgelegt wird, und dabei die Nutzung durch Straßenverkehr und Schifffahrt so weit wie möglich aufrechtzuerhalten.
Die Präsentation fand bei den Rencontres Ouvrages d’Art statt, die Cerema und die Université Gustave Eiffel am 9. Juni 2026 in Champs-sur-Marne gemeinsam veranstalteten. Die Veranstaltung richtet sich an Fachleute für Ingenieurbauwerke; neue Arbeiten an der Brücke Guillaume-le-Conquérant werden in diesem Erfahrungsbericht nicht angekündigt.
Hauptquelle: Cerema – Aktuelles (www.cerema.fr)
Originalartikel: Originalquelle aufrufen
Autor: Cerema
