Senatswahlen: Marine Le Pen begrüßt die Bildung einer ersten RN-UDR-Fraktion im Senat
Der Rassemblement national und seine Verbündete, die Union des droites pour la République (UDR), verfügen nun über genügend gewählte Vertreter, um eine Fraktion im Senat ins Auge zu fassen. Marine Le Pen begrüßt nach den Wahlen vom 27. September 2026 einen „historischen Sieg“. Das Ergebnis markiert einen echten Durchbruch. Doch zwischen den gewonnenen Sitzen und der offiziell gebildeten Fraktion liegt noch ein Schritt. ()
Die zentrale Nachricht
In einer nach der Wahl veröffentlichten Grafik feiert Marine Le Pen die bevorstehende Bildung einer Fraktion im Palais du Luxembourg und stellt die neuen Senatoren als Multiplikatoren für den Präsidentschaftswahlkampf dar. Die Geschäftsordnung des Senats legt die Mindestgröße für die Bildung einer Fraktion auf zehn Mitglieder fest. Sie verlangt außerdem die Einreichung einer Liste der beigetretenen Senatoren und einer politischen Erklärung. Die erforderliche Zahl gewählter Vertreter ist erreicht; die formelle Bildung der Fraktion steht noch aus. ()
Was geschehen ist
Am Sonntag, dem 27. September, waren 178 der 348 Sitze des Senats neu zu besetzen. Die vom Innenministerium veröffentlichten Ergebnisse bestätigen insbesondere die Wahl von Edwige Diaz im Département Gironde und von Manon Bouquin im Département Hérault. Diese Siege tragen zu dem von Marine Le Pen begrüßten Zuwachs bei. ()
Der nächste Schritt erfolgt innerhalb der Institution: Nach dem vom Senat veröffentlichten vorläufigen Zeitplan müssen die Mitgliederlisten der Fraktionen und ihre politischen Erklärungen am 5. Oktober 2026 beim Senatspräsidium eingereicht werden. Die Ankündigung einer Fraktion am Wahlabend ist somit eine auf den Ergebnissen beruhende Prognose, noch nicht die Registrierung ihrer endgültigen Zusammensetzung. ()
Der Kontext
Die Senatswahlen sind keine Präsidentschaftswahl im Kleinformat. Die Senatoren werden in indirekter Wahl von Wahlleuten gewählt, von denen rund 95 % Bürgermeister und Delegierte der Gemeinderäte sind. Die Wahl misst somit auch die Fähigkeit der politischen Gruppierungen, Unterstützung unter den kommunalen Mandatsträgern zu gewinnen. Das verleiht dem Durchbruch von RN und UDR seine politische Tragweite – ohne ihn zu einem Urteil über die bevorstehende Präsidentschaftswahl zu machen. ()
Die wichtigsten Zahlen
- 178 Sitze wurden am 27. September 2026 neu besetzt, von insgesamt 348 Sitzen im Senat. ()
- Zehn Senatoren müssen einer Fraktion mindestens beitreten, damit sie gebildet werden kann. ()
- Rund 95 % der Wahlleute kommen aus den Gemeinderäten. ()
Was die Fakten zeigen
Marine Le Pen sieht in diesen Ergebnissen die Bestätigung einer Verankerung des RN „im gesamten Staatsgebiet“. Die gewonnenen Sitze belegen einen Zuwachs, doch diese Formulierung ist eine politische Einschätzung, keine präzise geografische Messung. Eine weitere wichtige Unterscheidung: Die politische Zuordnung eines Kandidaten bei der Wahl bestimmt nicht automatisch, welcher Fraktion er beitreten wird. Der Senat weist darauf hin, dass dieser Beitritt nach der Wahl gesondert erklärt werden muss. ()
Das Wichtigste in Kürze
RN und UDR haben im Senat einen Meilenstein erreicht. Der Wahlsieg steht fest; die offizielle Zusammensetzung der Fraktion muss hingegen noch eingereicht werden. Was die von Marine Le Pen angesprochene Präsidentschaftswahl betrifft, so können die Senatswahlen eine Wahlkampfstrategie unterstützen. Sie sagen nicht voraus, wie die Franzosen abstimmen werden. ()
Quelle: Marine Le Pen

