Streik am 29. September: Verkehr weitgehend normal, Schulen stärker beeinträchtigt
Der für Dienstag, den 29. September 2026, geplante Streiktag im öffentlichen Dienst dürfte vor allem Schulen, France Travail und mehrere öffentliche Einrichtungen beeinträchtigen. Im Nahverkehr der Île-de-France wird ein weitgehend normaler Betrieb erwartet, auf einigen Linien dürfte es jedoch zu Schwierigkeiten kommen. Die Gewerkschaften wollen insbesondere Maßnahmen bei den Gehältern erreichen und wenden sich gegen das im Haushalt 2027 angekündigte Einfrieren des Besoldungsindexpunkts für Beamte.
Verkehr weitgehend verschont, außer auf einzelnen Linien
Die RATP rechnet mit einem normalen Betrieb bei Metro und RER. Die CGT-RATP hat allerdings eine Streikankündigung eingereicht, die ab Montag, dem 28. September, um 19 Uhr gilt. Nach Angaben der Unternehmen dürften die Beeinträchtigungen punktuell bleiben.
Bei der SNCF sollen TGV und Intercités normal verkehren. Für den TER-Verkehr wird ein nahezu normaler Betrieb angekündigt. In der Île-de-France werden Schwierigkeiten auf den RER-Linien C, D und E sowie auf den Transilien-Linien R und V erwartet; die übrigen Linien sollen normal verkehren.
Schulen: Streikbeteiligung im Grundschulbereich angekündigt
Die Snuipp-FSU, die größte Gewerkschaft im Grundschulbereich, schätzt, dass 40 % der Grundschullehrkräfte streiken könnten. In den betroffenen Schulen müssen die Kommunen grundsätzlich eine Mindestbetreuung organisieren, erinnerte Bildungsminister Édouard Geffray.
Die Streikbeteiligung an den Collèges und Lycées ist weiterhin schwerer vorherzusagen: Lehrkräfte der Sekundarstufe sind nicht verpflichtet, ihre Streikabsicht im Voraus anzumelden. Die Generalsekretärin der Snes-FSU, Sophie Vénétitay, rechnete dennoch mit einer starken Beteiligung, insbesondere im Zusammenhang mit den Gehaltsforderungen.
Auch Schülerinnen und Schüler der Lycées planen auf Aufruf der USL Blockaden, während Studierendenorganisationen ihre Beteiligung an der Bewegung an den Universitäten angekündigt haben.
France Travail, Krankenhäuser und Rettungsdienste ebenfalls betroffen
Zehn Gewerkschaftsorganisationen bei France Travail, also nahezu alle Gewerkschaften der Einrichtung, rufen zu Streik und Demonstrationen auf. Sie fordern Gehaltserhöhungen und warnen vor den Auswirkungen, die Umstrukturierungen und Haushaltskürzungen ihrer Ansicht nach auf die Beschäftigten und die Nutzer hätten. Sie sorgen sich außerdem um die künftige, in zwei Stufen organisierte Betreuung von Arbeitsuchenden und den Einsatz künstlicher Intelligenz ohne Kollektivvereinbarung.
In den Krankenhäusern haben sämtliche Gewerkschaften des öffentlichen Krankenhausdienstes zur Mobilisierung aufgerufen, um eine den Aufgaben des Personals angemessene Vergütung und Ausstattung zu fordern. Auch die Berufsfeuerwehrleute sollen sich der Bewegung anschließen. Neun repräsentative Gewerkschaftsorganisationen verlangen insbesondere die Schaffung von 21 000 Stellen, einen besseren Gesundheitsschutz für die Beschäftigten und eine Neuausrichtung auf ihre Kernaufgaben. Mehrere Feuerwehrleute hatten bereits am Montag, dem 28. September, in Paris demonstriert.
Nach Angaben von Le Parisien dürften sich auch die Polizeigewerkschaften Alliance, Un1té und Unsa an dem Aktionstag beteiligen. Ihre Forderungen betreffen die Gehälter, die Gefahrenzulage und die Personalstärke.
Landesweite Mobilisierung für höhere Bezüge
CGT, FO, CFDT, UNSA, FSU, Solidaires, CFE-CGC und FA-FP rufen die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes zur Mobilisierung auf. Die Gewerkschaftsorganisationen fordern eine Verbesserung der Bezüge und der Arbeitsbedingungen und prangern dabei den Kaufkraftverlust sowie das für 2027 geplante Einfrieren des Besoldungsindexpunkts an.
Landesweit sind mindestens 155 Demonstrationen angekündigt. Diese Zahl ist mit der umfangreichen Mobilisierung der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes im Dezember 2024 vergleichbar.
Autorin: Sarah Coulet
Quelle: Le HuffPost: laufend aktuelle Nachrichten und ungewöhnliche Informationen aus Frankreich und der Welt (www.huffingtonpost.fr)
Originalartikel: Originalquelle aufrufen
