Nach Reaktorabschaltungen erwägt EDF, die Temperaturgrenzwerte für Flüsse anzuheben
EDF erwägt, die Temperaturgrenzwerte für die Fließgewässer anzuheben, die seine Kernkraftwerke zur Kühlung nutzen. Über diese Überlegung berichtete France Inter am 28. September 2026, nachdem es im Sommer bei großer Hitze zu Leistungsreduzierungen und Reaktorabschaltungen gekommen war. Bei Umweltschutzverbänden sorgt sie für Bedenken.
Reaktoren von Hitze betroffen
Die betroffenen Kraftwerke entnehmen Wasser aus Flüssen, um ihre Anlagen zu kühlen, und leiten anschließend einen Teil davon erwärmt wieder ein. Wenn die Temperatur dieser Einleitungen die zulässigen Grenzwerte erreicht, müssen die Reaktoren ihre Leistung reduzieren oder abgeschaltet werden, um Schäden an den Ökosystemen zu begrenzen.
Mitte August waren 13 Reaktoren gleichzeitig abgeschaltet oder liefen mit reduzierter Leistung. Nach den von France Inter berichteten Angaben entsprach dies einer um 20 % verringerten Erzeugungskapazität. Insgesamt befinden sich 42 der 57 Reaktoren von EDF in der Nähe eines Fließgewässers.
Höhere Grenzwerte – ein umstrittener Ansatz
Laut einem Bericht von Les Échos, der von France Inter bestätigt wurde, prüft EDF eine Anhebung der Normwerte für die Temperatur von Fließgewässern. Emmanuelle Galichet, Dozentin und Forscherin für Nuklearwissenschaften und -technologien am Cnam, betont, dass in der Nähe der Einleitungsstellen Untersuchungen zur Biodiversität durchgeführt werden und diese ihren Beobachtungen zufolge keine wesentlichen Veränderungen gezeigt haben.
Agir pour l’Environnement lehnt diesen Ansatz ab. Der Geschäftsführer des Verbands, Stephen Kerckhove, ist der Ansicht, dass eine Anhebung der Grenzwerte der Tier- und Pflanzenwelt schaden könnte, ohne das Problem langfristig zu lösen. Er erklärt, dass die Temperatur der Garonne alle zehn Jahre um ein halbes Grad steigt.
Wirtschaftliche Bedeutung und ein weiterer Versuch
Die Verfügbarkeit der Reaktoren ist für EDF auch von finanzieller Bedeutung. Emmanuelle Galichet erklärt, dass ein Produktionstag eines Reaktors bei einem „normalen“ Strompreis dem Unternehmen Einnahmen von etwa einer Million Euro einbringt.
Parallel dazu testet EDF in Civaux eine Vorrichtung, die das Abschlämmwasser der Kühltürme vor der Einleitung kühlen soll, damit das abgeleitete Wasser weniger warm ist. Die Quelle nennt weder einen Zeitplan für eine mögliche Änderung der Normen noch das Ergebnis dieses Versuchs.
Quelle: Wirtschaft: Podcasts und Wirtschaftsnachrichten von Radio France (www.radiofrance.fr)
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